Container Fracht-Motorschiff "San Martin"
Die Flender-Werft A.G. mit Sitz in Lübeck war in den 1980er Jahren mit dem Bau von Containerschiffen für deutsche Rechnung gut ausgelastet. Allein die Reederei Claus-Peter Offen mit Sitz in Hamburg hatte drei Neubauten in Auftrag gegeben, von denen zwei längerfristig bereits zum Zeitpunkt der Kiellegung ab Fertigstellung an die norwegische Reederei Ivarans Rederi A/S verchartert waren.
Die 1971 gegründete Reederei des Herrn Claus-Peter Offen pflegte eine intensive Zusammenarbeit mit der bereits 1902 gegründeten Reederei Ivaran mit Sitz in Oslo.
1985 wurden die "Santa Catarina" mit 1732 TEU und folgend die mit 1272 TEU etwas kleinere "San Martin" als Neubau Nr. 638 übergeben. Der am 01.08.1983 bei der Werft bestellte Neubau Nr. 638 hatte am 15.05.1985 Stapellauf und wurde folgend bereits am 23.08.1985 abgeliefert. Das unten gezeigte Foto wurde im Auftrag der Flender-Werft während der Übergabefahrt auf Höhe Travemünde aufgenommen und stammt aus einem alten Kalender der Reederei Claus-Peter Offen.
Die "San Martin" wurde nach dem 1850 verstorbenen südamerikanischen Unabhängigkeitskämpfer General José Francisco de San Martin benannt.
Bereits bei Fertigstellung und Werftübergabefahrt trugen beide o.g. Schiffe das graue Farbkleid des norwegischen Langzeitcharterers. Die "Santa Catarina" war bei ihrer Übergabe das größte Schiff in der Flotte der Reederei Ivaran. Unmittelbar nach Übernahme wurde der "San Martin" zwischen 1985 und 1989 eine „I“ im Namen angehängt (San Martin I). Dieser Zusatz entfiel jedoch ab 1989 wieder. Das Schiff bleib noch bis 1994 in der Flotte der Ivarans Rederi A/S und wurde dann nach einem Dockaufenthalt in Hong Kong nach dortigem Abschluss der letzten Seereise für die Reederei Ivaran von der Reederei an die südkoreanische Dongnama Shipping Co. Ltd. übergeben, die es vermutlich von der Reederei Claus-Peter Offen erworben hatte.
Als "Eagle Wind" blieb sie jedoch nur knapp ein Jahr in Fahrt. Der dritte und letzte Eigner, die ebenfalls südkoreanische Han II Shipping Co. Ltd. gab dem Schiff den Namen "Seven Seas Aurora" und brachte es mit Heimathafen Busan ab 1995 in Fahrt.
In einem für Containerschiffe oftmals typischen Lebensalter von rund 24 Jahren wurde das Schiff 2009 an einen Abwrackbetrieb in Bangladesch verkauft und traf am 15.03.2009 in Chittagong ein, wo es final auf den Strand gesetzt wurde.
Die Reederei Ivaran wurde bereits im Mai 1998 von der Holding CP Ships übernommen. CP Ships gehörte zu dieser Zeit zu den zehn größten Containerreedereien weltweit. Bis 2000 verschwand das norwegische Reederei-Logo und wurde durch das Logo der ebenfalls seit den 1990er Jahren in der Holding befindlichen Lykes Lines ersetzt. CP Ships wurde wiederum im Jahr 2005 von der TUI AG übernommen und final in die damals im TUI Konzern befindliche Reederei Hapag Lloyd integriert.
Technische Daten:
IMO: 8417211 / BRT / Länge: 165,78 / Breite: 25,00 / Tiefgang: 9,60 Meter / Antrieb über einen Dieselmotor MAN-B&W 6 Zylinder (6L60MC), 13450 PS / Geschwindigkeit: 19,6 Knoten
Das Modell: gebaut um 1985 bei Günter Schmidt Modellbau, Flensburg im Maßstab 1:100


