Kröger Werft, Schacht-Audorf - Schiffbau am Nord-Ostsee-Kanal
Die Gemeinde Schacht-Audorf hat rund 4800 Einwohner und liegt direkt am Nord-Ostsee-Kanal. Schon das Wappen der Gemeinde lässt klar erkennbar werden, dass die Entwicklung des Ortes und der ortsansässigen Industrie seit dem Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals ab 1887 – 1895 eng mit diesem verbunden ist. Der Kanal führte insbesondere im 20. Jahrhundert zu einigen industriellen Ansiedlungsprojekten, die bis heute sichtbare Spuren im Ortsbild und der Ortsentwicklung hinterlassen haben.
Die ab 1948 Nord-Ostsee-Kanal (international Kiel Canal) genannte Wasserstraße erlangte auch zunehmende Bedeutung als Standort für den Bau von Seeschiffen. Am Audorfer See, der als einer von drei Obereiderseen vom Kanal durchflossen wird, siedelte sich zunächst auf der Büdelsdorfer Seite und ab 1952 auf der Schacht-Audorfer Seite die 1928 in Warnemünde von den Schiffbauingenieuren und Brüdern Karl und Hans Kröger und dem befreundeten Walter Brauer gegründete Kröger Werft an. Das Gelände in Schacht-Audorf war vor Ende des Krieges 1945 bereits durch die Dortmunder Firma Jucho u.a. zum Bau von Mittelsektionen für U-Boote des damals neuen Typs XXI genutzt worden. Hans Kröger hatte parallel bereits ab 1947 in Husum mit der bis 1999 existierenden Husumer Werft einen weiteren Werftbetrieb zum Bau von Handelsschiffen aufgebaut.
Neben ersten zivilen Neubauaufträgen in den frühen 1950er Jahren profitierten die Brüder Kröger mit ihrer Expertise im Bootsbau von ihren Kontakten zu den Inhabern der Lürssen Werft in Vegesack bei Bremen. Die beschlossene Zusammenarbeit dauerte lange an und sicherte der Kröger Werft u.a. in den späten 1950er Jahren die Beteiligung an einem an die Lürssen Werft vergebenen Neubauauftrag der damals noch jungen Bundesmarine für den Bau von Schnellbooten der Klasse 140/141. Darüber hinaus baute die Kröger Werft kleine und mittelgroße Frachtschiffe und Tanker für in- und ausländische Rechnung, sowie auch einige kleinere Fahrgastschiffe für die Kieler Verkehrs-AG.
Karl Kröger verunfallte und verstarb 1963. Walter Brauer führte die Geschäfte bis 1971 alleine weiter. 1971 wurde Herr Adolf Stein, der vorab bereits seit 1966 als Prokurist im Betrieb tätig war, kaufmännischer Geschäftsführer der Werft. In diesem Jahr verstarb Hans Kröger. Walter Brauer verstarb schließlich als letzter der Gründer im Jahr 1978. Bis in die frühen 1980er Jahre florierte die Werft und 1982 wurde mit dem Neubau Nr. 1506 der 133 Meter lange Papierfrachter “M.S. Camilla“ als bisher größtes Schiff der Werft an den schwedischen Auftraggeber abgeliefert.
Im Sommer 1983 nahm die Werft einen defizitären Neubauauftrag für ein Containerschiff an, der aufgrund externer Umstände im Folgejahr zu einer unerwarteten wirtschaftlichen Schieflage führte. Anfang Oktober 1984 musste daher beim Amtsgericht Rendsburg Antrag auf Eröffnung des Konkursverfahrens gestellt werden. Die Lürssen Werft übernahm im Laufe des Konkursverfahrens als Bieter wesentliche Anteile an der Kröger Werft und hatte bereits rund zwei Jahre später die Gelegenheit, die Kröger Werft ganz zu übernehmen.
In den 1990er Jahren baute die Werft u.a. eine Reihe von Containerfeedern. Ab der Jahrtausendwende löste der Bau von Luxusyachten unter dem Namen Lürssen für internationale Auftraggeber den bisherigen Bau von Handels- und Marineschiffen vollständig ab. Die im Vergleich kleinere Werft konnte sich als Standort der Lürssen Werft durch diese Neuausrichtung ihre Zukunftsfähigkeit nachhaltig sichern.
In der Sammlung befinden sich derzeit drei Modelle von Schiffen, die bei der Kröger Werft gebaut wurden. Es handelt sich um den Tanker "Odabo" (1972), den Bohrinselversorger "Tor Viking" (1975) und das Küsten-Motorschiff "Gesche" (1985). Auch originale Planunterlagen zu anderen Neubauten der Werft befinden sich im Archivbestand.
Nehmen Sie gerne Kontakt zu mir auf, falls Sie ein Werftmodell eines Schiffes der Kröger Werft besitzen, oder mir Fotos der Werft aus der Zeit der 1950er bis 1990er Jahre zur Veröffentlichung auf dieser Seite übersenden können.
Fotogalerien zur Geschichte der Kröger Werft
1950er und 1960er Jahre
1970er Jahre
1980er Jahre
1990er Jahre
Zusammenarbeit und Verbundenheit zwischen Werft und Reeder
Zu Zeiten der Kröger Werft bestand nicht selten noch ein langjährig enges und vertrauensvolles Verhältnis zwischen den Reedern und ihren "Stammwerften". Ein solches Beispiel im Bezug zur Kröger Werft stellte sicher die ortsansässige und familiengeführte Reederei Lüdtke dar. Der Reeder Hans-Erich Lüdtke und folgend seine beiden Söhne Jan-Peter und Hans-Michael Lüdtke zählten in den 1960er bis 1990er Jahren zu den Stammkunden der Werft. Hans-Erich Lüdtke bestellte mit der 1967 als Neubau Nr. 1338 abgelieferten "Sybille" seinen ersten Neubau bei der Kröger Werft. Aufgrund damals schlechter Auftragslage in Deutschland nahm der Reeder für sein neues Schiff kurzfristig eine Mehrjahres-Charter in Südafrika an.
Nachdem die zweite "Sybille" der Reederei in den 1970er Jahren in Japan vom Stapel lief, ging der Neubauauftrag für das dritte Schiff mit diesem Namen 1990 wieder an die Kröger Werft. Der rund 89 Meter lange Containerfeeder kam 1991 in Fahrt. Vier weitere Neubauten von Containerfeedern für die Reederei folgten noch bis 1998.
Die folgenden Fotos und Presseartikel wurden mir freundlicherweise aus dem familiären Umfeld der Reederfamilie zur Verfügung gestellt und dokumentieren die beschriebene enge Verbundenheit zwischen Werft und Auftraggeber.


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