Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

 

 

 

 

Norasia Lines Ltd.Norasia Lines Ltd.

 

 

Container Fracht-Motorschiff "Norasia Samantha"

 

Die "M.S. Norasia Samantha" wurde nach Kiellegung am 02.01.1985 bei der Howaldtswerke Deutsche Werft AG Kiel als Neubau Nr. 207 am 01.10.1985 an die Partenreederei M.S. Norasia Samantha mit Sitz in Kiel abgeliefert und an die Peter Döhle Schiffahrts KG in Erstcharter verchartert. Der Neubau war der erste gebaute Prototyp des sog. Schiffes der Zukunft (SdZ). Die Baukosten für den 1984 bestellten Neubau betrugen rund 33 Millionen DM. Dem Bau dieses ersten Schiffes der Serie SdZ gingen längere Vorlauf- Entwicklungszeiten bei Werft, Zulieferbetrieben und Hochschulinstituten voraus.

 

Das in Kiel beheimatete Containerschiff war mit drei eigenen elektrohydraulischen Kränen mit 40 Tonnen Tragkraft bei 27 Metern Ausladung für den Ladungsumschlag ausgerüstet, außerdem sorgten zwei Krane im Hinterschiff mit 1 bzw. 5 Tonnen Tragkraft für die Versorgung mit Proviant und konnten im Reparaturfall für den Umschlag von schweren Ersatzteilen genutzt werden.

Ein langsamlaufender Zweitaktmotor (Mitsui/MAN/Burmeister&Wain Diesel Typ 5 L 70 MC) mit 7460 kW diente als Hauptantrieb und verlieh dem Schiff eine Geschwindigkeit von maximal 17,8 Knoten. Zum besseren Manövrieren war ein Bugstrahlruder mit einer Nennleistung von 735 kW installiert. Jeder der drei Hilfsdiesel (Yanmar Typ M 200) hatte eine Nennleistung von 480 kW bei 900/min, der Notdiesel von KHD (Typ 6 L 413) erzeugte 80 kW. Außerdem war das Schiff mit einem Wellengenerator ausgestattet, der eine Nennleistung von 1.000 kW aufwies. Als Besonderheit verfügte das Schiff über einen Scoop-Kondensator, der bisher nur auf großen mit Dampf angetriebenen Tankern zum Einsatz kam.

Die Brückenausstattung war aufgrund der F- und E-Ergebnisse und der im praktischen Schiffsbetrieb laufenden Untersuchungen erheblich aufwendiger als bei vergleichbaren Schiffen. Es wurde die bei modernen Küstenmotorschiffen angewendete Rundumsichtbrücke (Sietasbrücke) eingeführt, außerdem eine sogenannte Cockpitecke mit vorspringendem Brückenerker. Neben der typischen Ausstattung waren mehrere Anwendungen testweise doppelt vorhanden, da viele Anzeigen und Alarme zusätzlich auf Rechnerbildschirmen ausgegeben wurden.

 

Das Projekt "Schiff der Zukunft" - Hintergründe zur Entwicklung:

Im Forschungsvorhaben Schiff der Zukunft wurden unterschiedliche Untersuchungen mit dem Ziel einer neuen Schiffsbetriebstechnik mit intensivierten Schiffsautomation durchgeführt, die zum Zeitpunkt der Realisierung dieses Schiffes teilweise über zehn Jahre vorher begonnen wurden. Neben der Besatzungsreduzierung wurden im Rahmen der Forschungsaufgaben Optimierungen an diverse Schiffssystemen, Überwachungs- und Sicherheitseinrichtungen durchgeführt und hier praktisch umgesetzt. Außerdem spielte die Reduzierung des Energieverbrauches und der Umweltschutz eine wichtige Rolle. Auch bezüglich der Arbeitsabläufe an Bord und zum Arbeitsschutz wurden verschiedene Forschungsvorhaben durchgeführt und einige Ergebnisse daraus wurden in die Praxis umgesetzt. Andere Ergebnisse der arbeitswissenschaftlichen Begleitforschung waren jedoch teilweise schnell überholt, da die Zusammensetzung der Besatzung sich stark gewandelt hat.

 

Insgesamt ergab das Forschungsvorhaben Schiff der Zukunft sehr viele wichtige Erkenntnisse für die Wirtschaftlichkeit und Sicherheit nicht nur für Containerschiffe. Viele der auf der Norasia Samantha und ihren Schwesterschiffen installierten Neuerungen haben sich bewährt. Andererseits hat man aber auch feststellen müssen, dass für die Werft oder Klassifikation interessanten Daten und Details für die Bordbesatzung wenig aussagen. Daher wurden später aus Datenfriedhöfen leicht verständliche graphische Darstellungen oder auch nur Grenzwertalarme. Die Entwicklungen in der Effizienz und besonders zum Umweltschutz wurden fortgesetzt. Das Freifallrettungsboot ist nicht nur in Deutschland zum Standard geworden, es hat sich im Gegensatz zum Scoopkühler weltweit durchgesetzt.

(Quelle: u.a. Wikipedia)

 

Bis September 1994 blieb das Schiff für die Norasia Lines in Fahrt - dann kam das Schiff für die belgische CMBT als "M.S. CMBT Asia" in Fahrt und wurde nach Übernahme der CMBT durch die belgische Reederei Safmarine im Jahr 1996 in "M.S. Safmarine Asia" umbenannt. Seit Juli 2011 ist das Schiff als "M.S. MSC Lucia" unter Flagge Panamas mit Heimathafen Panama für die MSC (Mediterranean Shipping Company) in Fahrt. (Stand 02/2019)

 

Das zweite - baugleiche Schwesterschiff der "M.S. Norasia Samantha" (in der Basisversion des SdZ - alle weiteren Neubauten waren länger) war die "M.S. Norasia Susan" (IMO Nr. : 8413875), die als Neubau Nr. 208 ebenfalls Ende 1985 bei der HDW Kiel fertiggestellt wurde. Sie wechselte ebenfalls 1994 an CMBT und kam als "M.S. CMBT Europe" -  später dann prallel als "M.S. Safmarine Europe" in Fahrt. Seit Juni 2011 ist das Schiff ebenfalls für die Reederei MSC als "M.S. MSC Gabriella" in Fahrt. (Stand 02/2019)

 

Beide Schiffe wurden ab 1984 über sog. geschlossene Beteiligungsangebote unter Beteiligung von Privatanlegern als Eigenkapitalgeber finanziert.

 

 Seitenriss "Norasia Susan" (aus Einladung zur Übergabefahrt an den Eigner)Seitenriss "Norasia Susan" (aus Einladung zur Übergabefahrt an den Eigner)

 

 

 

Technische Daten:

IMO Nr.: 8413887 / BRT 19527  / 1546 TEU (davon 100 Kühlcontainer) / Länge: 173,38 Meter / Breite: 28,40 Meter / Höhe: 15,50 Meter / Tiefgang: 11,20 Meter /  Besatzung: 19 / Antrieb über 1 Zweitakt Dieselmotor 10142 PS, 1 Festpropeller / Geschwindigkeit 17,8 Knoten

 

Das Modell: gebaut 1985 bei Ihlenfeldt & Berkefeld Modellbau Hamburg im Maßstab 1:150

 

 Einladung zur Übergabefahrt "Norasia Susan" 12.12.1985 - VorderseiteEinladung zur Übergabefahrt "Norasia Susan" 12.12.1985 - Vorderseite

 

 

 

Galerie: "M.S. Norasia Samantha", "M.S. Norasia Susan" und das Reedereimodell (im Aufbau)